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Geschichtliches aus Bründersen

1074 wird Bründersen urkundlich erstmals als Brunkeres-heigon erwähnt.

In der Wolfhager Chronik von Siegel wird beschrieben, dass der Ort in unmittelbarer Nähe des Ortes Brunkereshusun gelegen hat.

Es fällt Namensähnlichkeit auf. Ob es zwei verschiedene Orte waren, darf bezweifelt werden.

1082 wird der Ort Brunkereshusun, auch Brunkersheigon genannt.

1123 Brungershusen, 1180 Brungerschin, 1209 Brunwartsen,

1220 Brungersen, 1240 Brunchersen, 1320 Brunhersen,

1334 wieder Brungerschin, 1383 Brungersin, 1438 Brungirschen,

1451 Brunhersin, 1584 Bringelschen, 1585 Brunnelsen und erst

1747 Bründersen.

Durch eine Vielzahl von Dialekten oblag es am Schreiber, wie der Ortsname geschrieben wurde. Im niederhessischen Dialekt wird Bründersen noch heute als Bringelschen bezeichnet. Der erste Siedler hat sich wahrscheinlich am Scheeperborn (Schäferbrunnen) niedergelassen, was sicher die Quelle eines entspringenden Baches war. Man braucht Wasser, um den Durst von Mensch und Tier zu löschen. Das Finanzamt für Bründersen war auf dem Burghasunger Berg.

Zahlungsmittel waren Getreide und sonstige Lebensmittel. Der Abt vom Kloster Hasungen bekam auch mal eine Hufe Land. Vielleicht wollte so mancher sich auf diese Weise sein Himmelreich erkaufen. Sogar der Bischof von Riga hatte hier Besitz, den er vom Abt erhielt. Auch das Kloster Berich und die Kirche von Wittmarsen, einen Ort zwischen Wolfhagen und Ehringen, hatten Nutzen von der Scholle in Bründersen.

Die Kirche und deren Würdenträger waren die weltlichen Herscher.

Neben dem Ort Todenhausen im Norden von Bründersen, dessen Kirchhof noch zusehen ist, gab es den Ort Benessen in östlicher Richtung. Bei den heute noch zu sehenden Steinbrüchen, wo bis in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Steine gebrochen und bearbeitet wurden, gab es diese im 1253 zuerst erwähnte Siedlung.

1402 wurde der Ort als Benzheim bezeichnet. In der Nähe ist die Flur "Am Rott, was auf Waldrodungen zur Ackerlandgewinnung hinweist. Musste der Ort Benessen aufgegeben werden, als die Quellen als Folge der Abholzungen versiegten?

Sind die letzten Bewohner nach Bründersen gezogen?

Es gab immer Zank, Streit und kriegerische Handlungen. In der damaligen Zeit zogen immer wieder Kriegshorden durchs Land. Die plünderten, mordeten und brannten die Behausungen nieder. Auch Bründersen blieb davon nicht verschont. Von Süden her drohte weniger Gefahr, da der Waldgürtel die Heerstraße bei Altenstädt von unsern Ort trennte.

Das ist die sogenannte Mainzer Scheide, heute Monschein.

Heute wird nur noch der Wald zwischen Bründersen und Ippinghausen als Monschein bezeichnet. Irrtümlich wird auch in Katasterkarten der Wald als Mondschein beschrieben, hat aber mit dem Mond nichts zu tun. Die Mainzer Scheide trennte Bründersen nicht nur vom Erzbistum Mainz, sie ist auch eine Wasserscheide. Südlich von hier fließt alles Naß der Eder zu und nach Norden hin zur Diemel. Die Mainzer Scheide ist ebenfalls eine Sprachgrenze, die sogenannte Benrather Linie. Von Benrath im Westen bis Königsberg im Osten verläuft der „Plattschwatzäquator", wie diese Linie oft bezeichnet wird.

Ab hier bis an die Küste wird Plattdeutsch gesprochen.

Von Norden her kamen oft Kriegshorden aus Westfalen, unter denen die Bründerser sehr litten. Im Dreizehnten Jahrhundert entstand die von einer Mauer umgebene Stadt Wolfhagen, wo viele Bürger Schutz suchten.

So war Bründersen oft wüst.

Nach der Reformation 1534 gab Landgraf Philipp den Ort Bründersen als Lehen denen von der Malsburg in Elmarshausen, was den Wolfhagern nicht gefiel. Bründersen stand bis 1787 unter dem Schutz der adeligen Familie und wurde größtenteils von Kriegslasten befreit, musste aber den zehnten Teil der Ernte abliefern. Auch Hand- und Spanndienst musste erbracht werden und bei der Ernte hatte jeder erwachsene Bürger vier Tage Schneidedienst zu leisten.

Die Wolfhager waren ungeliebte Nachbarn für die Bründerser.

Sie störte der von Landgraf Wilhelm IV. erlassene Brot- und Bierbann. Für Verkaufszwecke durfte Beides nicht hergestellt werden. Die Wolfhager stöhnten unten den Kriegslasten, die sie der Obrigkeit zu geben hatten. Bründerser Bürger kauften oft Land, um die Wolfhager die Schuldner bezahlen zu können. Die Malsburger besaßen Tilly´che Schutzbriefe. So war es für die Bründerser segensreich, unter dem Schutz derer von der Malsburg zu stehen, doch es gab immer Reibereien zwischen Wolfhagen und Bründersen.

Es gab ständig Gründe, auf Wolfhagen sauer zu sein.

In dem nach der Länge benannten Krieg halfen Wolfhager Bauernjungen Landgraf Moritz, vor feindlichen Kriegern zu fliehen. Dafür beschenkte er diese mit einer Pfingsabgabe von den Dörfern. Die Pfingstknächte, wie sie später hießen, durften jedes Jahr zu Pfingsten Eier, Käse und Geld holen, was nicht immer ohne Ärger ablief.

Die Stadtmauer schützte nun die Wolfhager auch nicht mehr.

Als der rote Hahn wieder einmal über Wolfhagen stand, halfen auch Bründerser Bürger am Tag darauf beim zündeln. Die Meinung war: Städte ziehen Kriegsvolk an, worunter auch die Dörfer zu leiden hatten. Es kam zu Streitereien, wenn Bründerser Hirten ihr Vieh auf Wolfhager Hute weideten.

Nach Einführung der Grebenordnung war nun die Obrigkeit in Kassel für Bründersen zuständig.

Die letzten gut hundert Jahre im Telegrammstiel, die für unsere, bis vor wenigen Jahren landwirtschaftlich ausgerichteten Gemeinde sehr umwälzend waren:

1888  Es gab einen Kriegerverein.

1889  Spar- und Darlehnskasse gibt es.

1895  Ein neuer Friedhof entsteht.

1896  Der Männergesangsverein wird gegründet.

Der Dreschkasten löst den Dreschflegel ab.

1897-1902 Feldwege werden hergestellt, somit hat die Dreifelderwirtschaft ein Ende.

In der Dreifelderwirtschaft war ein Teil der Gemarkung Wintergetreide, ein Teil Sommergetreide und ein Teil Brachland. Der neue Friedhof am nördlichen Ortsrand verkürzt den Weg der bisher zur Alten Kraft ging. Hier war einmal der Ort Todenhausen. Der Volksmund bezeichnet die Stelle am alten Todenhäuser- und späteren Bründerser Friedhof als Alte Kraft, wo bis ins fünfzehnte Jahrhundert die Todenhäuser Kirche, eine Tochterkirche der Schützebergkirche stand.

1903  Es gibt Grasmäher und Flügelmaschinen zur Erleichterung der Ernte.

1911  Ein Turnverein wird gegründet.

Am 1. Weltkrieg nahmen 125 Männer teil, von denen 20 nicht zurück kamen.

1919  Nach dem ersten Weltkrieg gibt es elektrisches Licht.

1926  Der Mähbinder kommt.

Heinrich Alheid gründet eine Molkerei.

Die Kartoffeln werden in Mengen auf den Bauernhöfen gedämpft.

1934  Die Feuerwehr wird eine Freiwillige.

1935 - 1938  Die Reichsstraße wird gebaut, drei Häuser mussten weichen.

Am 2. Weltkrieg nahmen 130 Männer teil, von denen 31 die Heimat nicht wiedersahen.

1936-1940  Das Wasser kommt aus dem Hahn und braucht nicht mehr am Brunnen geholt werden.

1938 - 1941  Es gibt eine neue Schule, die unter dem Dach des jetzigen Bürgerhauses war.

1950  Melkmaschinen erleichtern die Arbeit im Stall.

1951 - 1952  Die Abwasser verschwinden in der Erde.

1953  Die Feuerwehr bekommt Haus- und Motorspritze.

1955  Vorräte werden in Gemeinschaft eingefroren.

1961 - 1963 Eine Kläranlage wird gebaut.

Ab 1958  Feldwege werden im Rahmen des grünen Planes geteert.

1964  Die Landfrauen gründen einen Verein.

1967  Der Sportverein wird wiedergegründet.

1974  Aus dem Männergesangverein wird ein Gemischter Chor.

Ab 1976  Aus der Schule wird ein Bürgerhaus.

 

 

 

 

Geschichtliches und kleine Geschichten aus Bründersen und Umgebung

(von Herbert Jacob)

 

Am Anfang

Eh´ die Zeit Zahlen bekam, zogen Menschen umher, bewohnten zeitweise das Land und hinterließen Spuren.

Nördlich der Wasserscheide (Mainzer Scheide, jetzt Monschein) zwischen Diemel und Eder (jetzt zw. Altenstädt und Bründersen) war viel Strauch und Buschwerk. Axt und Steinbeile die hier gefunden wurden,weisen auf eine frühe Besiedlung dieses Raumes hin.

Die Mainzer Scheide, ein Höhenzug von den Bahlhornafeldern, bis zum Weidelsberge, trennt Kurhessisches vom Mainzer Land.

Sprachlich unterscheiden sich die Bewohner dieses Landstriches.

Im Süden spricht man Mänzerisch (Niederhessich) und nach Norden Plattdeutsch bis an die Küste der großen See im Norden.

Die Sprachgrenze ist die Benrather Linie.

Im Volksmund Plattschwatzäquator.

 

Rauensteine

Die Rauensteine im Monscheinwald sind eine heidnische Kultstätte.

Den Göttern wurden hier Tieropfer gebracht.

Das geschah auf dem Hügel, in derMulde des höchsten Buntsandsteines.

In den Raunächten nach der Wintersonnenwende, fanden hier bei den Steinen Feuerfeste statt, über denen die Seelen der Verstorbenen schwebten.

Drumherum gab es lautes Geschrei und Geklapper.

Die zehnte Nacht war die lauteste (jetzt Sylvester) und alles endete nach der sechzehnten Nacht (jetzt heilige drei Könige) .

Rauensteine – Ravensteine – Rabensteine.

In Raben sah man Verstorbene die am Himmel kreisten.

 

         Reiter Gerhard

Ein Reiter kann um das Jahr achthundert aus dem Süden, ritt an Alahstad (Altenstädt) vorbei und sah nach Osten das Dorf Nieheim. Dahinter Iside (Istha) am Fuße des nach dem Ort benannten Berges.

Gerhard ritt zu einer mit Bäumen umwachsenen Ecke, als ein Schäfer mit seiner Herde, der hier an der Quelle gerastet hatte, weiterzog.

Ihm dürstete und er labte sich an dem köstlichen Nass.

Solch gutes Wasser hatte er noch nicht getrunken.

Er beschloss hier zu übernachten und war am Morgen wieder entzückt von dem guten Wasser.

Gerhard dachte daran hier seßhaft zu werden.

 

         Dodenhusun

In Dodenhusun, eine viertelstunde Nördlich fand er ein Weib, um eine Familie zu gründen. Helfer halfen eine Existens aufzubauen.

Fruchtbaren Boden fand Gerhard hier an seiner Ecke.

Vom Ertrag des Feldes konnte er sein Vieh ernähren.

Zuerst faßte er die Quelle ein, doch dann brauchte Gerhard mehr Wasser für das Vieh und er grub einen Brunnen, der sehr ergiebig war.

Das Naß lief über in den Spülegraben, Richtung Norden in das Breite Wasser bei Dodenhusen.

Gerhard am Brunnen war nun der Brungerhard, später nur Brunger genannt.

Der Volksmund sagte Scheeperborn (Schäferbrunnen) denn hier legten die Wanderschäfer immer eine Pause ein.

Neue Behausungen entstanden durch Zugezogene von anderswo.

Als der Apostel der Deutschen das Land bereist hatte, glaubten die Menschen nur noch an einen Gott.

Bonifatius Mitstreiter weihten ein Gotteshaus auf dem Schütteberge und nun entstanden nach und nach Kirchen auf den sogenannten Altekraftplätzen.

Hier sollte man Gott um Gnade bitten und vor allem Danke sagen, was oft vergessen wurde.

 

         Der schützende Busch

Landgrafen und kirchliche Würdenträger (Fürstbischöfe) und deren Helfer beherschten nun Land und Leute.

Schutz sollte der Landgraf bieten, jedoch geschützt fühlte sich niemand.

Schutzgelder und Teile was auf den Feldern wuchs, wurden immer von der Obrigkeit gefordert.

Alahstat (Altenstädt) und Nummerich (Naumburg) war unter Mainzischen und Volkemissen (Volkmarsen) unter Kölnischen (Westfälischen) Einfluß.

Jeder wollte sein Gebiet vergrößern und schreckte vor Gewalt nicht zurück.

Oft fallen von Norden her die Westfalen ein rauben, plündern und brennen die Behausungen nieder, nehmen Vieh und Erntevoräte mit.

Von Truppen die im Süden her zogen, schützte der Busch Richtung Alastat, die am Brunnen wohnenden.

Der Busch war der Sage nach ein Teufelswerk.

Als eine Kirche am Scheeperborn geplant war, riß der Teufel der auf dem Altekraftplatz stand, das Buschwerk vor ihm aus der Erde, schleuderte das gen Scheeperborn.

Er übertraf aber sein Ziel und es landete vor der Mainzer Scheide.

Nun war der Busch, ein fast undurchdrigliches Gewirr aus Bäumen und Sträuchern, entstanden.

Eine Süd-Nord-Heerstraße führte vom Mainzischen Fritzler hinter der bewaldeten Mainzer Scheide (Monscheinwald) bis ins Westfälische.

Hinter jedem Heer zog ein Troß von vielen Leuten die für die Truppen sorgen mußten.

So manche mühsam erarbeiteten Füttervoräte und allerlei Vieh wurde dem Volke genommen.

Auch Krankheiten wurden von dem ´Gesockse´ hinterlassen.

 

            Kloster Hasungen

Heimerad, ein aus dem Süden gekommener Mann was bisher ein richtiger Ausbund gewesen. Nun, in sich gekehrd, war er am Hasunger Berg seßhaft geworden. Ein Kloster sollte an dieser Stelle errichtet werden, weil man dem Heimerad Wunder nachsagte.

Eine Frau beklagte ihr totes Huhn, das täglich Eier gelegt hatte und zur Ernährung beitragen mußte.

Heimerad berührte das Huhn und erweckte es zum Leben.

Durch besagtes Wunder konnte nun das Kloster gegründet werden.

Kloster müssen unterhalten werden und somit wurden die Bewohner im großen Umkreis mit Abgaben belastet.

So war Kloster Corvey, in Todenhusen, seit dem Jahr 960 begütert.

Nun war der Ort, wie auch die am Brunnen wohnenden in der Ecke, zu Lehen des Klosters Hasungen. 1074 wurden die Brunner Brunkeresheigoner genannt.

 

         Lehensrecht

Das Lehensrecht besagte eine auf Gott bezogene Ordnung. Verleihung von Grundeigentum gegen Leistung von Diensten.

Das konnten Kriegsdienste sein und kamen auch Klostern zugute.

Es gefiel nicht allen, einen Zehnten abzugeben. So kamen oft Hufen zu Nutzen des Klosters. Eine Hufe war die Ernährungsgrundlage der Familie.

Hatte man mehr, wurden diese oft abgegeben.

 

         Gran am Gran und Granerberg

Hasungen hatte Landnutzen auch im Ort Gran. Der lag Westlich von dem nach ihm benannten Berg, den Granerberg. An dem vom Breiten Wasser gespeisten Bach Gran lagen zwei Mühlen. Laut Verfügung vom Landgraf mußten die Todenhusuner und die Brunkereshusuner ihr Getreide hier mahlen lassen.

Fließende Gewässer hatten beide Orte nicht und somit keine Mühlen.

 

         Schäferweg

Hatten Schäfer die Rast am Scheeperborn beendet, zogen sie immer einen Weg lang Richtung Gran. Der Schäferweg führte zu der grünen Stelle zwischen Weinberg und Granerberg. Weinberg, an dem Schnegelsbach durch die Grund floss, war mit wilden Wein bewachsen. Der Schnegelsbach entsprang im Busch aus Richtung Alahstad, der in den Gran mündete.

Das Bett des Gran war hier breit, geschützt zwischen den Bergen.

 

         Greun

Im Spätherbst, wenn sich der erste Reif zeigte, sah man hier noch nichts von der glitzernden Kälte. Greun (Grün) nannte man diese Stelle.

Schäfer, die auch Heilkundige waren, verweilten oft am Greun und sammelten hier Kräuter die Heilung versprachen.

Halfen Kräuter nicht, schickte der Schäfer die Kranken als Greunwasser.

Im Sommer darin gebadet, half gegen Unwohlsein und Krätze

Schweinehirten zogen gern hierhin. Eine Sau hatte vom Greunwasser getrunken und achtzehn Ferkel groß bekommen. Der Greun stärkt die Fruchbarkeit.

Kinderlosigkeit konnte durch das Greunwasser behoben werden, jedoch nur in der heimischen Wanne. Alles mußte nach einem besonderen Ritual ablaufen.

Die Frau, die Mutter werden wollte, mußte das Wasser in einer Vollmondnacht allein nachhause tragen und niemand durfte sie dabei sehn.

In einem großen Bottich geschüttet, mußte sie darin untertauchen können.

Nur so konnte diese Sache erfolgreich sein.

 

         Geschwätz

Meribod und Volkmar stifteten dem Kloster Hasungen im Jahr 1100 je eine Hufe in Gran und zwei Jahre später von Volkmar noch eine, worüber sich die Frauen sehr erregten. Agnesa und Gertraud schimpften so sehr das die Männer drohten sie bei der Obrigkeit anzuschwärzen und sie dem Kloster zu übergeben.

Außerhaus hätten sie nicht zu melden. Zur eigenen Ernährung reiche eine Hufe.

 

         Kirchliches Leben

Brungers Nachkommen und zugewanderte hatten, jetzt Brungershusen vergrößert und das kirchliche Leben war im entstehen.

Gran war Kirchdorf und Hermanus dort Pfarrer.

In Schütteberg stand die Kirche Sankt Petri.

Beide zu weit für die hier Gläubigen.

 

         Rosenkirche

Der fromme Albrandi hatte seine Kirchenritt gemacht und dabei seine Tasche mit heiligen Sache verloren. Er wies seinen Diener an danach zu suchen.

Der suchte zuerst bei der Schüttebergkirche und ritt dann den Weg den sein Herr genommen hatte zurück. Unter jeden Strauch schauend, übermannte ihn die Müdigkeit. Er legte sich unter einen Rosenstrauch, nahe des Ortes Todenhusun, um neue Kraft zu schöpfen.

Als er nach einer Zeit wach wurde und nach oben schaute, wunderte er sich denn die Tasche hing direkt über ihm im Rosenstrauch.

Voller Freude überbrachte der Diener seinem Herrn die Tasche und der gelobte an dieser Stelle eine Kirche zu bauen.

Todinhusin hatte nun eine Kirche, die die Tochterkirche von der auf dem Schütteberge wurde.

Der Rosenstrauch solle hinter dem Altar stehn bleiben und sorgsam gepflegt werden. Albrandis Sohn, der auch seinen Namen trug, siedelte hier, wurde Pfarrer, dessen Dienst auch den Brungerhusunern galt.

Der Rosensrauch wuchs in die Höhe und schmückte die Kirche Jahrhunderte.

 

         Schutzschild

Landgraf Konrad wollte seinen Leuten Schutz vor Plünderungen durch fremde Heere schaffen und plante eine mit einer Mauer umgebene Stadt zu bauen.

Westfälische Heere wüteten oft hier und Landgraf schloß im Frühjahr Frieden mit denen, doch im Herbst plünderten die wieder hier.

Der Friedensvertrag war nicht das Papier wert.

 

         Benessen

Eine Viertelstunde Südöstlich von Brunchersen lag der Ort Benessen.

Die Bewohner hatten durch ihre Steinbrüche eine gute Einnahme.

Sandsteine brechen und behauen war ihr Handwerk.

Sandsteinsockel von da sieht an vielen Häusern in der Gegend.

Krippen, Tröge für Vieh und Kümpe als Wasserbehälter sicherten den Benessern eine gute Einnahme.

Der Zehnte gehörte den Fritzlerern, jedoch vom Rottland stand den Hasungern die Hälfte zu.

 

         Keine Fische

Der Hasunger Abt verlangte von den Bruchersern regelmäßig Fische.

Da die Versorgung ausgeblieben war, drohte der Abt zu kontrollieren.

Mönche sollten selbst fischen und den Fang mitbringen.

Die Bruncherser schäumten das Breitenwasser ein, sodaß kein Fisch zu sehen war. Sie behaupteten das kriegerische Horden alles abgefischt und alles so hinterlassen hätten.

 

         Wulfhain

Landgraf Konrad ließ die geplante Stadt bauen. Mit einer Mauer umgeben sollte die ein Bollwerk gegen die immer wieder eindringende Westfalen sein.

Bei Rodungen sprang ein Wulf (Wolf) aus den Hain (Wald) und somit bekam die Stadt den Namen Wulfhain.

Nördlich von Brunchersen war nun die Stadt die sich dann Wulfhagen nannte.

So mancher Ackermann konnte schnell hinter die schützende Mauer und war so vor heranziehenden Heeren vorerst sicher.

 

         Tausch

Die Todinhusiner Kirche hatte 1240 Pfarrgüter in Wittmarsen, einen Ort zwischen Wulfhagen und Volkemissen.

Der Pleban (Pfarrer) tauschte seine Güter dann mit Wittmarser Kirchenbesitz in nun Brungersen. Tausch gab es immer, so auch zwischen Todinhusin und Gran.

Jetzt Brungersin war 1334 durch Fehden eine verlassene Stätte.

Erst wenn Kriegesheere die Gegend nicht mehr heimsuchen, braucht das Feld nicht mehr von Wulfhagen aus bestellt werden.

 

         Markt

Landgraf Heinrich gibt Wulfhagen das Marktrecht. Vieh und Waren konnten feil geboten werden und den Preis für Getreide bestimmten nicht nur die Müller.

 

         Streit und Plünderungen

Ein Numburger in Wulfhagen aufsässig, wurde da dermaßen drangsaliert, daß er seinen Ort nicht mehr lebend erreichte.

Es gab Streit zwischen Landgraf Heinrich und dem Mainzer Erzbischof Gerlach, der aber doch gütlich endete.

Westfälische Heere plünderten wieder die Dörfer, aber Wulfhagen war nun sicher.

Die Kirche von Todinhusin bot den dort wohnenden Schutz und Pfarrdirektor Arnold verstand es den durchziehenden Heeren (Horden) Einhalt zu gebieten, um das Volk vor Schlimmen zu bewahren.

 

         Pfarrstellenstreit

Nach dem Tode von Arnold wird Tileman Butting Pfarrer von Todinhusin.

Er hatte seine Berufung nicht von Hasungen, sondern vom Papst erhalten.

Kloster Hasungen widersetzte sich, bestellte Kleriker Delev Detlevi als Pfarrer.

Heinrich Butting, Pfarrer in Schützeberg, Bruder von Tileman, rief Papst auf den Plan und verfügte Einsetzung Tilemans und Verurteilung von Kloster und Schützling. Verlangt auch Rückzahlung der zu Unrecht erhobener Gelder.

 

         Glocke

In der Kirche wurde um 1400 wöchentlich von Pfarrer Heinrich Scheveler eine Messe gelesen.

Er mußte auf Veranlassung von dem Fritzlerer Kononikus Konrad Schonbroit den Wulfhagenern eine Glocke überlassen.

Für zwei Jahre oder bis sie der Pfarrer wieder anfordert.

Die verbliebene Glocke läutete morgends zum Frühstück, mittags zur Malzeit, abends zum Vesper und begleitete die Verstorbenen auf ihren letzten Weg.

 

         Verlassen

Dörfer werden aufgegeben, weil immer wieder Kriegesheere wüten.

Graner Bürger zogen in die sichere Stadt.

Benessen, jetzt Bensheim, wurde verlassen weil die Quellen durch Rodungen versiegt waren.

Sandsteine wurden aber weiter hier gebrochen und bearbeitet.

Auch die jetzt Brunhersiner mußten den Ort verlassen, weil eine Fehde nach der anderen herrscht, was völlige Einäscherung verursacht.

 

         Unwetter

Schwere Gewitter wüten im Land und so manches Gebäude brennt durch Blitzschlag ab.

Auch der hohe Wolfhager Kirchturm wurde getroffen und brannte im Jahr 1496 bis auf das feste Mauerwerk ab.

Die geliehene Todenhäuser Glocke ging dabei zu Bruch uns somit hatte der Todenhäuser Pfarrer keinen Anspruch mehr darauf.

Ister und Wulfhager bestellen die Ländereien bei der Wüstung Brunhersin.

 

         Reformation

Ruhigere Zeiten veranlassen wieder die Besiedlung von Brunhersin.

Kloster Hasungen wird aufgelöst. Der letzte Abt Johannes Amelung erhält im Jahr 1528 das Dorf Brunhersin mit allen Einkünften und das Steinhaus (Knackenburg) in Wolfhagen.

 

         Die von der Malsburg

Nach dem Tode des früheren Abtes Johannes gibt Landgraf Philipp 1534 das Dorf zu Lehen denen von der Malsburg in Elmeshusen.

Brunhersin steht nun unter dem Schutze derer von der Malsburg.

Es mußte nicht nur der Zehnte geliefert werden, auch Hand- und Spanndienste waren zu machen und in der Ernte mußte jeder erwachsene Bürger vier Tage Schneidedienst leisten.

Erhielt der Ort einen neuen Pfarrer, mußte der sich vorher in Elmeshusen vorstellen. Bei einem Trauerfall in Elmeshusen mußten die Glocken in Brunhersin läuten. Nach einer Heirat hatte der Bräutigam ein Huhn in Elmeshusen abzuliefern.

Obwohl die Brunhersiner murrten, war es doch ein Segen unter dem Schutze der adeligen Familie zustehn.

 

         Dazu eine Sage

Ein Herr von der Malsburg aus Elmeshusen war Kammerherr bei dem Landgrafen. Nach einer Jagd saßen diese am Isthaberg beim Frühstück.

Sie blickten über das schöne Land und sahen die Dörfer.

Der Landgraf war bester Laune und sagte zu seinen Kammerherr: „Du kannst einen Wunsch vorbringen!“

„Du, das Balhörnschen kannst du mir geben,“ sagte der Kammerherr schlagfertig.

„Das ist Balhorn, das kriegste nicht. Dort ist jetzt Bründersen, das kannste kriegen!“

So wurden die Bründerser `Leibeigene` der nun Elmarshäuser.

 

         Pfarrer aus Wulfhagen

Die nun Todenhäuser Kirche verfiel immer mehr und Pfarrer Johannes Sapidus, der von Wolfhagen kam, drängte die Bründerser endlich eine Kirche zu bauen.

Der Nachfolger Georg Schüssler bekam dann einen Raum wo man Gottedienste feiern konnte.

 

         Kriegssteuern

Von den Städten wurden immer wieder Kriegssteuern verlangt, was zu großer Verarmung führte.

Wolfhager mußten oft bestes Land den Bründersern verkaufen, und verlangten Geschossgelder von den Bründersern.

Die verwiesen immer auf die Belastungen die für die Elmarshäuser getan werden mußten.

Die Elmarshäuser hatten vom Kaiserlichen General Tilly Schutzbriefe die für den Ort Segensreich waren.

 

         Bann

Der Landgraf hatte den Brot und Bierbann erlassen, was den Bründersern nicht gefiel. Soweit man vom Wolfhager Kirchturm schauen konnte, war Brot und Bierbrauen zu Verkaufszwecken verboten.

Bierbrauen wollten sie den Wolfhagern noch zugestehn, aber das Brot nicht verkaufen zu können, wollte nicht in den Sinn.

Es wurde behauptet daß die Wolfhager nur Zwiebäcke backen könnten.

 

         Streit

Holz war knapp und man verlangte von Elmarshausen Eichen und Buchenholz.

Hermann von der Malsburg sagte der Bründersern die Mitbentzung der Hute und des Holzes an den Rauensteinen zu.

Beim Baumfällen wurden die Männer von den Wolfhagern daran gehindert.

Vor Gericht konnte nachgewiesen werden, daß Bäume und Hutung schon zweihundert Jahre zu Wolfhagen gehört.

 

         Alle Kraft – Alte Kraft

Bis Ende des sechzehnten Jahrhuderts las Pfarrer Daniel Seiler noch einmal wöchentlich eine Messe für die Bründerser.

Um die Kirche waren die Verstorbenen beider Orte bestattet worden.

Alte Kraft nannte sich der Ort.

War es einmal ein heidnischer Altekraftplatz?

Auf Altekraftplätzen wurden bevorzugt Kirchengebaut.

Alle Kraft mußten die Träger der Verstorbenen aufwenden um diese dem steilen Berg hochzutragen.

Die Kirche verfiel immer mehr, denn der Rosenstrauch war nicht mehr gepflegt worden. Dem Verfall war die Todenhäuser und von den Bründersern genutzte Kirche nun preisgegeben. Der Glockenturm stürzte ein und die verbliebene Glocke ging an den Balken.

 

         Glockenborn

In einer mondhellen Nacht kam ein Pferdewagen von Wolfhagen und fuhr bis an die Kirche. Ein dutzend Männer machten sich daran, die Glocke aus den Trümmern zu holen. Sehr lange dauerte alles, bis die Glocke auf dem Wagen stand. Der Weg am Glücksborn war sehr holprig und die nicht richtig festgezurrte Glocke ruschte vom Wagen in einen mit Gras bewachsenen Graben.

Da der Morgen graute, wurde beschlossen, die Glocke mit Buschwerk abzudecken und am Abend mit Hebeln rauszuholen.

Man fand aber keine Glocke.

Auch mit Stangen hineingestoßen, war kein harter Gegenstand zu spüren.

Fluchtartig verließen die Wulfhager Burschen die Stelle und betrachteten sich als von Gott gestrafte Diebe.

Nun heißt der Weg: An der Gotte.

Aus dem Glücksborn wurde nun der Glockenborn, der den Wolfhagern Jahrhunderte gutes Wasser spendete.

 

         Königseigen

Kriegerische Horden zogen immer wieder durch das Land. So kamen auch königliche Soldaten in den Ort. Giese Bold, der jahrelang bei den Königlichen gedient hatte, stellte sich denen in den Weg.

Er erreichte das die nicht plünderten und zündelten, erzählte dem General daß er in Königs Diensten gestanden hätte.

Der Gerneral befahl seinen Kriegern, das dem Ort kein Haar gekrümmt werden dürfe, doch mußte Giese zustimmen, daß ein Königshof gebaut werden müsse.

Hier konnten die Königlichen zukünftig Futter holen und Gespanne wechseln.

Alles mußte immer bereit gehalten werden.

Der Weg zwischen Scheeperborn und Heerborn, an der der Königshof lag, war nun die Königstraße.

Am Heerborn stand das Heerhaus, wo immer die Heeresleitung wohnte.

Im Osten bekam der König Grundstücke.

Königseigen nannte sich die Flur, wo auch Eichen zu des Königs Nutzen gepflanzt wurden, an der Königseichenstraße.

 

         Brunnenlauf

König und sein Gefolge besuchten oft Königshöfe. Die Prinzessin war auch dabei und spielte mit ihrem goldenen Ball oft an den drei öffentlichen Brunnen.

Es wurde zum Abmarsch geblasen und die Prinzessin bat den Vater um Geduld, denn sie müsse erst ihren goldenen Ball aus dem Brunnen holen.

Doch im welchen Brunnen lag der?

Zuerst schaute sie in den Scheeperborn, dann in den Heerborn und zuletzt in den Kump (sah aus wie Wasserbehälter, war Brunnen).

Sie konnte den Ball nicht finden.

Kinder die mitgelaufen waren, wollten vorher immer etwas Goldenes gesehn haben. Der Ball blieb verschwunden.

So mußte die Prinzessin ohne ihren geliebten goldenen Ball abreisen.

Fortan war in jeden Jahr, nach dem ersten Frühlingsvollmond der Brunnenlauf, wo der Brunnenprinz und die Brunnenprinzessin für ein Jahr ermittelt wurde.

 

         Horden

Kriegerische Horden verbreiteten wieder Angst und Schrecken.

Die Stadtmauer schützte nicht mehr. Die Wolfhager litten sehr und mußten immer wieder Land den Bründersern verkaufen um Kriegssteuern bezahlen zu können. Da der Ort zum Wolfhager Amte gehörte, verlangten sie Geschoss und Kriegssteuern von den Hintersassen, wie die Wolfhager die Bründerser bezeichneten. Die verwiesen auf die Belastungen die sie bei den Elmarshäusern leisten mußten.

 

         Dieser Moritz

Der Landgraf will selbst bei den Wolfhagern Geld eintreiben. Zweitausendviertel Fruchtzins müßte bezahlt werden. Er konnte die Folderungen nicht durchsetzen, weil er vor Kaiserlichen Soldaten fliehen mußte.

Mit seinen wenigen Soldaten floh er in Richtung Bühle und blieb in den Sümpfen stecken. Bauernsöhne halfen aus der mißlichen Lage.

Aus Dankbarkeit beschenkte Landgraf Moritz diese mit einer Pfingstabgabe.

Die Pfingstknechte, wie die später genannt wurden, durften zu Pfingsten von den Dörfern Eier Käse und Geld holen, was die Dorfschaft sehr erregte. Anderleuts Gut kann man leicht verschenken.

 

Plünderungen

Kriegerische Truppen lagerten oft in weitem Abstand zueinander ohne Kämpfe auszutragen und versorgten sich auf ihre Weise.

Kaiserliche Truppen, die bei Volkmarsen lagerten, zogen mit Teilen über Ippinghausen und Bründersen und nahmen über hundert Pferde, zweihundert Rinder und zwölfhundert Schafe mit.

Nach einer längeren Friedenszeit gab es einen guten Viehbestand.

Wolfhagen war von den Kaiserlichen verschont geblieben.

Landgräfliche Soldaten, die eigentlich zur Vertreibung der Kaiserlichen eingesetzt waren, zogen gen Wolfhagen und plünderten und zündelten hier schrecklich. Tags drauf kamen Isthaer und Bründerser, die versuchten das Feuer noch anzustacheln, um der Stadt endgültig den Garaus zu machen.

Die Stadtmauer schützte nicht mehr und so dachte man daß Städte Truppen anziehen würden.Die Wolfhager ließen sich nicht unterkriegen und bauten die Häuser immer wieder auf.

 

         Schweden

Nach dem der schwedische König gefallen war, zogen die schwedischen Heere oft zügellos umher. General Baner lagerte im Sommer sechzehnhundertvierzig bei Bründersen. Die ließen sich nicht nur füttern, sondern halfen auch der Bevölkerung, in dem sie Wagen und Geschirr reparierten.

Die Schweden waren nicht unbeliebt. Sogar Nachkommen von Baners Schwester blieben im Ort. Manch blondes Kind hat schwedische Wurzeln.

 

         Kriegslasten

Immer wieder mußten die Wolfhager gutes Land verkaufen um die Lasten zu tragen. Kriegspfennigsmeister Gilde hat sich beschwert, viele Sorten Geld bekommen zu haben. Es gab Mainzer, Waldecker und Kölner Geld.

Er mußte sich damit zufrieden geben, denn alles hatte seinen Wert.

 

         Wasser für Wolfhagen

Das Glockenbornwasser lief durch den Bach Gran um den Granerberg herum in die Stadt und wurde immer wieder verunreinigt. Es wurden nun Rohre aus Baumstämmen gemacht, die ineinandergesteckt das Wasser bis in die Kümpe vor der Knappenburg beförderten. Die sogenannten Pfeifen mußten zwischen Gotzenberg und Granerberg bis zu sechs Meter tief in die Erde verlegt werden.

Zwischen beiden Bergen sieht man einen Hügel. Für die Bründerser ist das der Katzenbuckel und für die Wolfhager der Igelsköppel.

 

         Die Brotkirche

Von der Kirche auf derAlten Kraft war nur noch ein Steinhaufen zu sehn.

Wüstung Todenhausen wurde die Stelle genannt.

Die letzte Glocke wollte man aus der Tiefe des Glockenbornes hören.

Wandersmann Johannes kam des Weges und setzte sich auf die Bank unter der Linde neben dem Scheeperborn.

Er stillte seinen Durst am Born und war entzückt von dem guten Wasser.

Er wollte ein Dankgebet in einer Kirche zu Himmel schicken, sah aber keine.

Johannes war hungrig und packte sein Brot aus und als er dranbeißen wollte, schaute ein Mäuschen aus einem Loch. Er warf ein Bröckchen hin und nachdem das Mäuschen den Bissen verzehrt hatte, verschwand es einen Moment.

Kam dann mit einem Goldstück zurück und legte es Johannes zu Füßen.

Das wiederholte sich bis vom Brot nichts mehr da war.

Viele Goldstücke lagen nun da und Johannes überlegte war er damit anfangen könnte. Er suchte sich eine Unterkunft und hielt die Bründerser an, endlich eine Kirche mit Turm zu bauen. Für Baumaterial werde er sorgen.

Pfarrer Johann Adolph Reinhard war froh in einer richtigen Kirche das Wort Gottes zu predigen.

Für drei Glocken war der Kirchturm zu niedrig und da man eine übrig hatte, bot man diese den Wolfhagern an.

Die suchten eine Glocke für die zu heiligen Leichnahm umgebaute Eulenkirche.

Uhlenkärke, wie die im Volksmund hieß, sollte ein Chorraum für eine große Kirche werden. Es kam nicht dazu.

Es wurde lange Zeit Stroh darin gelagert, in dem sich Eulen wohl fühlten.

Der Name Bründersen auf der Glocke wollte man mit Hammerschlägen beseitigen, was nicht gelang.

Noch heute begleitet diese die Verstorbenen auf ihren letzten Weg.

 

         Nutzfläche

Das breite Wasser wurde immer mehr eingeengt. Durch Aufschüttungen tiefer Gräben und Drainagen gab es vermehrt landwirtschaftliche Nutzfläche bei der Wüstung Todenhausen. Um den Glockenborn gab es nun saftige Wiesen, die für die Bründerser von Nutzen waren.

 

         Wünsche

Kinder legten das Ohr an die Glockenbornquelle und wollten Glockengeläut aus der Tiefe hören. Man konnte Wünsche äußern.

Sofern die Maßvoll waren, gingen diese in Erfüllung.

Karl wünschte sich ein neues Haus, denn das alte drohte einzustürzen.

Nach einem schweren Unwetter, brannte sein Haus nieder.

So hatte er sich seinen Wunsch nicht vorgestellt, denn er brauchte nun viel Kraft um eine neue Behausung zu bauen.

Pfarrer Christian Geldmacher verbot seinen Schäfchen dieses heidnische Gemache zu tun. Nur Gott könne helfen Wünsche zuerfüllen.

 

         Hopfen

Zum Bierbrauen suchte man eine Stelle zum Hopfenanbau. Die Grund die zum Greun führte bot sich an. Auf der einen Seite am Weinberg wuchs Wein und warum sollte auf der anderen Seite kein Hopfen gedeihen.

Da die Bründerser und Wolfhager sich nicht über den richtigen Grenzverlauf im klaren waren, hüteten die Schäfer hier oft die Schafe.

Es gab nichts mit dem Hopfenanbau. Der mußte wie bisher von weit hergeholt werden. Die Grund aber hieß nun Hopfengrund.

 

         Dieser Moritz

Die Pfingstknechte kamen zum Dorf herein und wollten Eier Käse und Geld holen. Die Bründerser sagten, sie sollen erst einmal nach Altenstädt gehen.

Schnell kamen sie durch den Busch zurück.

Man hatte die Pfingstknächte mit Mistgabeln vertrieben.

Nun war ihnen der Schneid abgekauft und sie zogen unverichteter Dinge wieder nachhause. Geschah Ähnliches, sagte der Volksmund: Nun hast du den Moritz kennen gelernt.

 

         Sieben Jahre Krieg

Engliche und Französiche Heere machen dem Volke das Leben schwer.

Im Jahre 1756 waren die Franzosen am Busch über die Felder gezogen und hatten die ganze Ernte geplündert. Es gab große Not.

Seit nun vier Jahren wurde immer wieder geplündert.

Mitte des Jahres stieß eine französische Reiterei, zwischen Bründersen und dem Granerberg, auf englische Kavalleristen.

Es kam zum Kampf, wo viele Soldaten auf beiden Seiten zu Tode kamen.

Als der Komandant der leichten englischen Kavallerie fiel, waren die Kampfhandlungen beendet. Ein französischer Reiter flüchtete in Richtung Westen, bis an den Monscheinwald.

Dort stürzte er sich zu Tode als er bei den düsteren Ecken in den Steibruch fiel.

Die nun zugeschüttete Stelle nennt sich Franzosenloch.

Man begrub die Toten an Ort und Stelle.

Hier war eine nasse Bodenbeschaffenheit. Man bettete die Gefallenen ins Nasse.

Die Flur hieß nun: Im Nassen Bett.

Der Komandant wurde in die Heimat überführt, weil diese das Recht haben, zuhause bestattet zu werden. Der mit der englichen Krone befreundete Landgraf Wilhelm der achte ließ auf der Alten Kraft einen Gedenkstein aufstellen.

 

         Kurfürstenschaft Kassel

Die von der Malsburg treten den Ort an Hessen Kassel ab, die nun für Steuern und Abgaben zuständig sind.

Die 1739 erlassene Grebenordnung tritt nun auch hier in Kraft.

Der Grebe Johannes Hensel mußte die Ordnung durchsetzen, die Revisor Lodz vorbereitet hatte.

Bründersen hatte 54 Häuser mit 236 Einwohnern.

Neben Ackerleuten hat der Ort einen Wirt, acht Schneider, zwei Schmiede, zwei Leineweber und drei Tagelöhner.

 

         Kässenpaul

Obwohl es viele private Brunnen gab, war klar geworden, daß Löschwasser beim letzten Großbrand nicht schnell genug rangeschafft werden konnte.

Es wurde ein Pfuhl gegenüber dem Scheeperborn gebaut, der von diesem gespeist wurde. Hier konnte allerlei gesäubert werden.

Für Gänse war das Wasser willkommen. Aus Gänsepfuhl wurde dann Kässenpaul.

 

         Brandordnung

Mit der Grebenordnung kam auch die Brandordnung.

Der Feuerwehrhaupmann mußte alles was zum Löschen gebraucht wurde, zählen und alles nach Kassel melden.

Ein Bürgermeister ersetzte nun den Greben.

Vierundfünfzig Häuser hatte der Ort und somit mußten mindestens vierundfünfzig Ledereimer vorhanden sein.

Wer heiratete mußte sofort einen Eimer zur Verfügung stellen.

Leitern, Hacken und Haken mußten genügend da sein.

War das nicht der Fall, gab es Strafen.

Von Backöfen und Schornsteinen ging so mancher Brand aus, die ständig kontrolliert werden mußten.

In der Pflichtfeuerwehr mußten alle Männer von achtzehn bis fünfundvierzig Jahren regelmäßig an Übungen teilnehmen.

Die Häuser die man nicht retten konnte, mußten mit Haken umgezogen werden, um Funkenflug zu mindern.

Nach der Ernte waren die Behausungen voll mit Heu und Stroh, sodaß ganze Häuserzeilen Bränden zum Opfer fielen.

Die Verantwortlichen hatten große Angst vor der Obrigkeit, denn bei Fahrlässigkeit drohte Zuchthaus.

 

         Vierzig Jahre Haß

An die Siedlung Schnegelsbach erinnert nur noch der Flurname.

Streit gab es oft zwischen den Altenstädtern und den Bründersern.

Um Weideland was jeder für sich beanspruchte und abgeackerte Furchen ging es. Altenstädter bezichtigten einen Bründerser eine Egge gestohlen zu haben und wollten diesen in Naumburg vor Gericht bringen.

Auf den Weg dahin, tracktierten sie den Beschuldigten so, daß kein Richter mehr ein Urteil sprechen brauchte.

Man hatte ihn totgeprügelt.

Der Haß war nun groß, sodaß vierzig Jahre nicht rüber und nüber geheiratet wurde. Grenzstreitigkeiten gab es oft, wobei den Bründersern immer das Recht zugesprochen wurde.

Das erboste die Altenstädter immer mehr.

 

         Soldaten

Beim hessischen Heer dienten siebzehn Männer. Der Landgraf verlieh seine Soldaten an die Preußen, die nun gegen Frankreich in den ´Heiligen Krieg´ ziehn mußten. Was daran heilig war konnte keiner verstehn.

Frankreich wurde immer als Erbfeind gesehn.

Nun wurden wieder Kriegssteuern verlangt.

Gut ging es nur der Oberschicht, denn die großen Bauern konnten sich vor dem Soldatentum drücken. Doch die Abgaben schmerzten doch sehr.

Ordnung muß sein

Im Gasthaus durfte kein Glücksspiel mehr stattfinden.

Hier hatte sich mancher um Hab und Gut gebracht.

Der Wirt darf nicht mehr als sechzehn Albus leien (1 Albus 2-3 Euro) und mußte um 22 Uhr Feierabend bieten.

Trotz Armut der ´kleinen Leute´ schlich sich mancher mit einem Hühnerei in das Gasthaus, um ein paar Schnäpse zu bekommen.

Da der Kindersegen oft groß war, hätte die Frau das Ei zur Ernährung der Familie gebraucht.

 

         Holzknappheit

Das Holz zum Heizen und Bauen war knapp. Jede Gemeinde mußte eine Baumschule anlegen, wo auch Obstbäume gezogen wurden.

Der Gemeindewald mußte nach einem Kahlschlag sofort wieder aufgeforstet werden. Auch Obst brauchte man zur Ernährung.

Der Nachtwächter mußte aufpassen das niemand sich widerechtlich Bäume aus der Baumschule holt.

 

         Realteilung

Es war durch Rodungen, füllen von Mulden und drainieren von nassen Stellen viel Ackerland geschaffen worden.

Die Existensgrundlage war besser geworden.

Von ein paar Acker Land konnten Kuh und Schweine gehalten werden.

Oft wurde die Scholle unter den Kindern aufgeteilt, sodaß die Ernährung für die Nachkommen gesichert war.

Wer nur eine Ziege und ein Schlachteschwein füttern konnte und noch Tagelohnarbeit verrrichtete, kam gut über die Runden.

In anderen Gegenden bekam der erstgeborene Sohn den Betrieb und die anderen hofften auf Einheirat oder zogen in die weite Welt.

 

         Soldaten

Soldaten wurden immer wieder angeheuert und mancher diente beim hessischen Heer. Nachdem die Preußen hier das Sagen hatten, warben sie 17 Männer, die nun mit gegen die Franzosen ziehen sollten.

Der Landgraf hätte sich gern zurück gehalten, konnte aber nicht gegen die Preußen ankommen.

 

         Kreis Wolfhagen

Anfang des neunzehnten Jahrhunderts wurde das Kurhessenland in Kreise eingeteilt.

Im kleinen Kreis Wolfhagen fährt nun die Postkutsche von Wolfhagen bis Fritzlar und eine von Kassel über Wolfhagen nach Waldeck.

Der Kutscher brachte nicht nur Post, man konnte auch damit verreisen.

So war es leichter Waren an entfernteren Orten anzubieten.

Nach Kassel brachte so mancher Eier Butter und Eingemachtes, was zusätzliche Einnahmen brachte.

 

 

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Aktionen

Im ehemaligen Lehmloch entsteht ein Kinderspiel- und Bolzplatz.
Im Busch wird aus einer Wiese ein Fußballplatz und ein (VFD) wird gegründet, der den Scheeperborn restauriert. Auch gestaltet der Verein im Jahr 2006 den Dorfplatz zwischen Naumburger- und Molkereistraße zu einem ansehnlichen Schmuckstück.

 

In den Todenhäuser Wiesen entsteht das Biotop Glockenborn.

Diese Wiesen wurden von der Stadt Wolfhagen von Bründerser Besitzern abgekauft und unter der Regie des Forstamtes zu einer Oase für Tier und Mensch umgestaltet. Die Wasserfläche, bevor sie in Jahrhunderten trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt werden konnten, wurden im Volksmund als Breitenwasser bezeichnet. Auch hatte sich das Kloster Hasungen bei den Bründersern beschwert, wenig Fische bekommen zu haben, was auf Teiche hinweist.

Geschichte erlebbar machen.

Der Verein VFD beschäftigt sich zur Zeit mit dem alten Friedhof auf der "Alten Kraft".

Auf diesen Friedhof, der ein Kirchhof war, stand die Todenhäuser Kirche, wo bis ins Fünfzehnte Jahrhundert noch wöchentlich eine Messe gelesen wurde, obwohl der Ort Todenhausen schon lange Jahre als wüst bezeichnet wurde. Die Kirche wurde, wie auch der Friedhof, von den Bründersern genutzt, die erst Achtzehnhundertfünfundneunzig einen Friedhof bekamen. Der letzte  Bründerser wurde 1927 auf der "Alten Kraft" bestattet.

Im fünfzehnten Jahrhundert musste der Pfarrer eine Glocke der Todenhäuser Kirche den Wolfhagern überlassen, die zweite soll bei dem Einsturz der Kirche in den Glockenborn gefallen sein, der seit dieser Zeit den Wolfhagern gutes Wasser lieferte. Die noch bestehende Kirchhofsmauer überstand durch weitere Nutzung als Friedhof ihre Beseitigung, während die Steine der Kirche und anderen baulichen Zwecken dienten.

Findet man diese Steine an der Bründerser Kirche wieder, die auf einen Vorgängerbau von 1534, im Jahr 1742 gebaut wurde?

Geschichtliche Spuren kann man an der Kirchhofmauer der "Alten Kraft" entdecken: Im siebenjährigen Krieg 1756 – 1763 kämpften Engländer gegen Franzosen zwischen Bründersen und dem Graner Berg. Als der englische Kommandant der leichten Kavallerie gefallen war, beendete man die Kampfhandlungen. Die Toten wurden an Ort und Stelle begraben, wo man eine nasse Bodenbeschaffenheit vorfand. Man bettete die Toten ins Nasse. Die Flurbezeichnung heißt hier "Nasse Betten".

Am Portal der Kirchhofsmauer stehen zwei Grabplatten, wovon die linke dem gefallenen englischen Kommandanten gewidmet ist. Nicht viel ist darauf zu erkennen, im Gegensatz zu der rechts stehenden Grabplatte. Der Bründerser Verein zur Förderung der Dorferhaltung und –Erneuerung hat auf der "Alten Kraft" die noch vorhandenen Grabsteine wieder aufgestellt und hält die Wege frei, sodass Besucher immer diese historische Stätte besichtigen können. Hier befindet sich der Grabstein des Lehres Stippich. Er war zweiundvierzig Jahre im Dienste der Gemeinde Bründersen. Nachkommen wohnen noch im Ort.

Text: Herbert Jacob, Bründersen

weitere ausführliche Informationen finden Sie unter:

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